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Ying Qi (Nähr-Qi)

Ying Qi (Nähr-Qi)
Vitale Substanzen Formen des Qi

Ying Qi: das Nähr-Qi, das tief durch den Körper fließt

Von den beiden Formen des Zhen Qi ist Ying Qi die innerlichere und nährende. Während Wei Qi die äußeren Schichten des Körpers bewacht und schützt, fließt Ying Qi tief durch Meridiane und Blutgefäße und ernährt Organe und Gewebe von innen. Ying Qi ist der stille Ernährer — weniger nach außen aktiv als Wei Qi, aber für das Leben ebenso unverzichtbar.

Was ist Ying Qi?

Der Name Ying Qi — ausgesprochen "ying" — bedeutet wörtlich "Nährendes" oder "Nähr-Qi". Der Name beschreibt unmittelbar seine Funktion: die Ernährung der inneren Organe und des gesamten Körpers. Ying Qi ist der nährende Strom, der fortwährend durch den Körper zirkuliert, Organe und Gewebe mit der benötigten Energie versorgt und die physiologischen Prozesse erhält.

Im Verhältnis von Yin und Yang besitzt Ying Qi einen Yin-Charakter — innerlich, nährend und nach innen gerichtet — im Gegensatz zum Wei Qi, das Yang ist: äußerlich, aktiv und nach außen gerichtet. Diese Yin-Yang-Beziehung zwischen Ying Qi und Wei Qi spiegelt das grundlegende Gleichgewicht zwischen Ernährung und Schutz wider, das einen gesunden Körper kennzeichnet.

Enge Beziehung zum Blut

Eine der charakteristischsten Eigenschaften des Ying Qi ist seine enge Verbindung mit dem Blut. Ying Qi und Blut fließen gemeinsam durch Blutgefäße und Meridiane und sind so eng miteinander verbunden, dass sie in der TCM häufig gemeinsam betrachtet werden. Während das Blut die materielle, nährende Flüssigkeit darstellt, ist Ying Qi die energetische Komponente, die seine Bewegung unterstützt und seine nährende Funktion fördert.

Dies erklärt, warum Störungen des Blutes und des Ying Qi in der TCM häufig gemeinsam auftreten. Blutmangel ist typischerweise mit einer Schwäche des Ying Qi verbunden, während ein chronischer Ying-Qi-Mangel die dem Blut zugeschriebene Ernährungsfunktion beeinträchtigen kann. Bei der Behandlung von Blutmangel werden daher traditionell sowohl Blut als auch Ying Qi genährt.

Das Qi, das durch Akupunktur erreicht wird

Ying Qi besitzt in der Akupunkturpraxis eine besondere Bedeutung: Es gilt traditionell als jenes Qi, das erreicht und gelenkt wird, wenn eine Nadel in einen Akupunkturpunkt eingeführt wird. Das bekannte De-Qi-Gefühl — Empfindungen wie Schwere, Wärme, Kribbeln oder Ausstrahlung bei angemessener Nadelung — wird in der Akupunkturtheorie als Wahrnehmung eines aktivierten und bewegten Ying Qi interpretiert. Innerhalb dieses traditionellen Modells gilt das Erreichen des Qi als wichtiger Bestandteil der therapeutischen Wirkung.

Dadurch gehört Ying Qi zu den klinisch unmittelbar zugänglichen Qi-Formen: Es ist die Energie, die der Akupunkteur über Meridiane und Punkte beeinflussen, regulieren und lenken möchte. Ein wesentlicher Teil der traditionellen Akupunkturkunst kann daher als Arbeit mit Ying Qi verstanden werden.

Klinische Bedeutung

Ying-Qi-Mangel wird traditionell mit Zeichen unzureichender Ernährung verbunden: blassem Teint, Müdigkeit, trockener Haut und trockenen Schleimhäuten, schwachem Gedächtnis und Konzentrationsvermögen sowie einem allgemeinen Gefühl innerer Leere. Da Ying Qi eng mit dem Blut verbunden ist, überschneiden sich diese Beschwerden stark mit den Zeichen eines Blutmangels. Die Behandlung richtet sich traditionell auf die Ernährung von Blut und Ying Qi durch blutnährende Kräuter, reichhaltige nährende Kost und Akupunkturpunkte zur Unterstützung des Ying Qi.